Was berechnet das AM-Modul jetzt zusätzlich?
Sind die Druckparameter schlecht abgestimmt, können flüchtige Legierungselemente verdampfen, sodass das gedruckte Material nicht mehr der spezifizierten Legierung entspricht. Diese Abweichung kann das Gefüge und damit Festigkeit, Härte, Duktilität und Korrosionsverhalten verändern. Das AM-Modul in 2026b bildet das mit einem neuen stationären Verdampfungsmodus ab, der ähnlich eingerichtet wird wie der transiente Modus, aber auf Verdampfung abgestimmte Standardwerte nutzt.
Der Modus deckt Aufbauten mit mehreren Spuren und Schichten ab. Er liefert die mittlere Zusammensetzung jeder Spur und des fertigen Bauteils und ergänzt drei Diagrammgrößen für die Zusammensetzung von Material und verdampftem Gas, einen Reiter Composition History sowie Tabellenexport. Die Funktion steht auch in TC-Python zur Verfügung.
Wie gut passt das zu Experimenten?
Der Hersteller zeigt die Funktion an der Nickelsuperlegierung IN939 mit einem Aufbau aus 270 Spuren bei 200 W und 1,8 m/s Scangeschwindigkeit. Die berechnete Zusammensetzung der letzten Spur wird mit veröffentlichten Messdaten von Mukherjee und Kollegen aus 2024 verglichen. Zwei neue Beispiele, eines für die grafische Oberfläche und eines für TC-Python, zeigen den Ablauf. Genauigkeitswerte über diesen Vergleich hinaus nennen die Release Notes nicht.
Was ändert sich sonst in 2026b?
Der neue Property Navigator führt durch die Wahl von Werkstoffkategorie, Prozessroute (etwa Gießen, Schweißen und AM oder Wärmebehandlung) und Zieleigenschaften. Anschließend wählt er passende Property Models und Datenbanken für die vorhandene Lizenz und richtet Rechnung und Diagramme ein. Ergebnisse lassen sich weiterhin manuell anpassen.
Projekte laden im Mittel 2,2-mal schneller als in 2025b. Das Titan-Modell Alloy Strength sagt nun den vollständigen Fließspannungsverlauf voraus, inklusive Streck- und Zugfestigkeit, und kann Martensitbildung berücksichtigen. TC-Python erhält die Klasse PropertyModelSelection und dokumentierte Definitionen für Ein- und Ausgaben, um Eingabefehler zu senken. Das Ausscheidungsmodul kann die Matrixphase während der Rechnung wechseln und Keimbildung an einer anderen Ausscheidung abbilden, und das TQ-Interface greift auf alle physikalischen Eigenschaften zu. Neun neue und vier aktualisierte Datenbanken sind enthalten.
