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Industrielle additive Fertigung

3D-Systems-Ingenieur: Die nächste AM-Phase ist ein Produktionssystem, kein schnellerer Drucker

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3D-Systems-Ingenieur: Die nächste AM-Phase ist ein Produktionssystem, kein schnellerer Drucker
Bild: B&J Specialty

In einem Meinungsbeitrag für TCT Magazine argumentiert Colin Blain von 3D Systems, dass die nächste Phase der additiven Fertigung weniger von Druckgeschwindigkeit oder Bauraum abhängt als von kontrollierter, wiederholbarer Produktion. Er nennt Prozesskontrolle, verknüpfte Design- und Prüfdaten, digitale Lagerhaltung und Kosten pro qualifiziertem Teil als neue Maßstäbe. Der Text endet mit einer Einladung zum Formnext-Stand von 3D Systems.

Die wichtigsten Fakten
  • Autor: Colin Blain, Technical Fellow bei 3D Systems, veröffentlicht von TCT Magazine
  • Vorgeschlagener Maßstab: Kosten pro qualifiziertem Teil statt Kosten pro Build
  • Idee des digitalen Lagers: qualifizierte Teile als kontrollierte Datenpakete, bei Bedarf gefertigt
  • 3D Systems stellt auf der Formnext aus, 17. bis 20. November 2026, Halle 11.0, Stand D11

Kontext Ein Digital Thread ist eine durchgängige Datenverbindung von der Konstruktion über die Fertigung bis zur Prüfung, mit der sich die Historie jedes Teils nachvollziehen und mit der Spezifikation abgleichen lässt.

Warum verändert die additive Fertigung die Konstruktionsfrage?

Blain weist darauf hin, dass konventionelle Verfahren Konstrukteure zwingen, um Werkzeugzugang, Entformungsschrägen oder Formanforderungen herum zu planen. Die additive Fertigung setzt Material direkt aus 3D-Daten, was Topologieoptimierung, Gitterstrukturen, innenliegende Kanäle, konturnahe Kühlung, Leichtbau und Teilekonsolidierung ermöglicht. Seine Kernfrage: Was würden Ingenieure konstruieren, wenn konventionelle Einschränkungen nicht der Ausgangspunkt wären?

Was zählt, wenn AM in die Produktion geht?

Geometrie allein genügt nicht mehr. Beim LPBF prägen Pulvereigenschaften, Laserparameter, Scanstrategie, thermische Historie und Bauumgebung Gefüge und mechanische Kennwerte. Prozesscharakterisierung, Parameterkontrolle, Materialrückverfolgbarkeit, Maßprüfung, mechanische Tests und Qualifizierung rücken daher ins Zentrum. Simulation, Prozessüberwachung und Messtechnik könnten zu einer Datenkette verbunden werden, was beim Übergang von Entwicklungsbauteilen zur Serie am wichtigsten ist: Ein gutes Teil belegt Machbarkeit, aber keine Beherrschung.

Wo könnten KI und digitales Lager eine Rolle spielen?

Der Autor sieht maschinelles Lernen als Hilfe, um Muster in Prozessdaten zu finden, die Parameterentwicklung zu beschleunigen und Abweichungen früher zu erkennen; generatives Design bringe Fertigungsgrenzen in den ersten Entwurfsschritt. Den Ingenieur ersetze das nicht. Beim Lager könnten qualifizierte Teile als kontrollierte digitale Pakete mit Geometrie, Werkstoffspezifikation, Prozessparametern und Prüfanforderungen vorliegen und bei Bedarf vor Ort gefertigt werden. Als Nutznießer nennt er Luftfahrt, Verteidigung, Energie und Verkehr.

Welche Kennzahlen sollen die Kosten pro Build ablösen?

Blain argumentiert, Plattformen würden künftig an Auslastung, Ausbeute, Wiederholbarkeit, Nachbearbeitung, Prüfung, Arbeitszeit, Materialeffizienz und schließlich den Kosten pro qualifiziertem Teil gemessen, eine höhere Hürde als Kosten pro Build. Die wichtigste Innovation sei womöglich das Fertigungssystem um den Drucker herum und nicht der Drucker selbst.

Was das bedeutet

Der Text ist Herstellermeinung und endet mit einer Einladung zum Formnext-Stand, er zeigt also eine Richtung und keine Belege. Der praktische Kern gilt dennoch für kleine und mittlere EU-Fertiger: Der Business Case sollte auf Kosten pro qualifiziertem Teil beruhen, einschließlich Nachbearbeitung, Prüfung und Ausbeute, nicht auf Maschinengeschwindigkeit oder Kosten pro Build. Qualifizierungsaufwand und Prozesswissen, nicht die Hardware, sind der realistische Engpass, und ein digitales Teilelager funktioniert nur dort, wo der Prozess bereits beherrscht und dokumentiert ist.

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Häufige Fragen

Was erwartet der Autor von der nächsten Phase der additiven Fertigung?

Er erwartet, dass sie von kontrollierter, wiederholbarer und qualifizierter Produktion geprägt wird und nicht von schnelleren Druckern oder größeren Bauräumen.

Welche Kennzahl schlägt der Beitrag vor?

Kosten pro qualifiziertem Teil, die Auslastung, Ausbeute, Wiederholbarkeit, Nachbearbeitung, Prüfung, Arbeitszeit und Materialeffizienz umfassen, statt Kosten pro Build.

Wo trifft man 3D Systems auf der Formnext 2026?

An Stand D11 in Halle 11.0 in Frankfurt, vom 17. bis 20. November 2026.

Zu den Originalberichten
  1. TCT Magazine, 5. Nov. 2026