Ein Meinungsbeitrag auf 3DPrint.com sieht GKN Aerospace als geeigneten Anker für eine NATO-weite, verteilte additive Fertigung. Genannt werden der Standortmix aus Großbritannien, USA, Schweden und Norwegen, die breite AM-Erfahrung im Verteidigungsbereich und die neue Nadcap-Akkreditierung für das DED-Verfahren. Der Autor betont, dass das Szenario von der US-Politik abhängt und Jahre dauern würde.
Die wichtigsten Fakten
GKN ist ein britisches Unternehmen mit Standorten in den USA, Schweden und Norwegen
GKN gibt an, als erstes Unternehmen die Nadcap-Akkreditierung für DED erhalten zu haben
GKN soll bis 2028 Teile für das F135-Triebwerk an Pratt & Whitney liefern
Laut Autor dauert eine NATO-Kooperation in AM mindestens ein paar Jahre
Kontext Nadcap ist ein Akkreditierungsprogramm der Industrie, das Spezialprozesse wie die additive Fertigung für Luftfahrt- und Verteidigungskunden auditiert.
Warum gilt GKN als zentral?
Der Autor nennt drei Faktoren. Erstens die Geografie: GKN ist ein britisches Unternehmen mit umfangreichen US-Aktivitäten für amerikanische Rüstungskonzerne und einer großen Luftfahrtpräsenz in Schweden und Norwegen. Nur wenige Firmen mit vergleichbaren technischen Fähigkeiten haben dieses Profil, was Logistik und die Abstimmung verschiedener Regierungen auf ein Ziel erleichtert.
Welche AM-Kompetenz bringt GKN mit?
GKN baute einen UAV-Demonstrator ohne ITAR-pflichtige Teile und arbeitete mit Northrop Grumman an Feststoffraketenmotoren, gestützt auf eine eigene DED-Fertigungszelle. Zudem sollen bis 2028 Teile für das F135-Triebwerk an Pratt & Whitney gehen. Diese Woche meldete GKN als erstes Unternehmen die Nadcap-Akkreditierung für sein DED-Verfahren. Der Autor sieht darin einen möglichen Grund für den Zuschlag von Pratt & Whitney an GKN statt an Norsk Titanium.
Welche Einschränkungen gibt es?
Der Beitrag setzt einen früheren Text fort und geht davon aus, dass sich die US-Beziehungen zur NATO nach den US-Zwischenwahlen beruhigen. Der Autor nennt das eine Möglichkeit unter vielen, verweist auf widersprüchliche Signale aus Washington und erwartet selbst bei einer Einigung mindestens ein paar Jahre Vorlauf. GKN könnte europäische KMU in eine verteilte, transatlantische Produktion einbinden, wäre aber kein alleiniger Lieferant.
Was das bedeutet
Für europäische KMU zeigt der Beitrag vor allem, dass eine Nadcap-Akkreditierung für DED-Verfahren zur Eintrittsbedingung im Verteidigungs- und Luftfahrtgeschäft wird. Qualifizierungsnachweise könnten damit wichtiger sein als der Maschinenbesitz. Ein NATO-weites verteiltes Netzwerk ist bisher eine Hypothese, kein Programm, und der Autor rechnet mit Jahren Vorlauf. Es taugt als langfristige Option, etwa für qualifizierte kleinere Zulieferer. Der Beitrag knüpft an die frühere AddiWire-Meldung zu GKNs Nadcap-Akkreditierung für Wire-Laser-DED an.
Laut Autor beschleunigt sie GKNs Möglichkeiten, die DED-Technik für Kunden im gesamten Verteidigungssektor einzusetzen, und könnte ein Grund für den F135-Auftrag von Pratt & Whitney sein.
Ist ein NATO-weites AM-Netzwerk geplant?
Nein. Der Artikel beschreibt es als Möglichkeit, die von der US-Politik nach den Zwischenwahlen abhängt und wohl mindestens ein paar Jahre bis zum Start bräuchte.