VoxelMatters hat den ELEGOO Jupiter 2 getestet, einen Desktop-Harzdrucker mit 302 × 162 × 300 mm Bauraum, der im europäischen ELEGOO-Shop 899 Euro kostet. Die Tester loben die automatische Harzversorgung und berichten, dass die meisten Drucke im ersten Versuch gelangen. Die Slicer-Software wirkt weniger ausgereift, und der Dauereinsatz ist noch nicht geprüft.
Die wichtigsten Fakten
Bauraum 302 × 162 × 300 mm, rund 2,5-mal so groß wie beim Saturn 4
Preis 899 Euro; Bundle mit Wasch- und Härtestation Mercury Plus V3.0 für 953 Euro
16K-Monochrom-LCD mit 20 × 26 μm XY-Auflösung
Laut Test kostet er weniger als ein Fünftel eines Formlabs Form 4
Kontext Gemeint ist ein LCD-basiertes Harzverfahren, bei dem flüssiges Photopolymer Schicht für Schicht durch Licht von einem Bildschirm ausgehärtet wird.
Was bietet der Jupiter 2 für den Preis?
Der Drucker kombiniert einen Bauraum von 302 × 162 × 300 mm mit einem 16K-Monochrom-LCD mit 15120 × 6230 Pixeln und 20 × 26 μm Auflösung in XY. Die Lichtquelle ist vollständig gekapselt, damit kein Licht austritt und die Belichtung über die Plattform gleichmäßig bleibt. ELEGOO verkauft das Gerät in Europa für 899 Euro, im Bundle mit der Wasch- und Härtestation Mercury Plus V3.0 mit 360°-Aushärtung für 953 Euro.
Wie funktioniert die Automatisierung?
Eine Zwei-Wege-Pumpe verbindet die Wanne mit der mitgelieferten 2-kg-Harzflasche. Sie füllt die Wanne während des Drucks nach, pumpt überschüssiges Harz zurück und warnt bei niedrigem Vorrat. Vier Kraftsensoren nivellieren die Plattform an mehreren Punkten, und die Wanne wird auf 30 °C beheizt, damit das Harz besser fließt und die Schichten besser haften. Ein mechanischer Sensor erkennt Rückstände auf der Folie, Harzmangel und Nivellierfehler. Eine Kamera mit LED-Licht liefert Live-Bild und Zeitraffer an die ELEGOO-Matrix-App; hinzu kommen WLAN, 8 GB Speicher und Firmware-Updates per Funk. Gegenüber dem Form 4 fehlen eine austauschbare Wanne, die genaue Restmengenanzeige und die automatische Harzerkennung.
Wo lagen die Schwächen im Test?
Der Slicer SatelLite erkennt den Drucker im lokalen Netz und berechnet die Kosten pro Teil, reagiert aber nicht immer zuverlässig. Die Stützengenerierung hing teils und erzwang einen Neustart mit Datenverlust, importierte Modelle erscheinen außermittig auf der virtuellen Plattform. Komplexe Drucke erfordern mehr Erfahrung als mit der Formlabs-Software. Die Türen müssen fast ganz geöffnet werden, um die große Plattform zu entnehmen, das Gerät braucht also seitlich Platz, und der Netzschalter sitzt hinten. Der erste Selbsttest schlug einmal fehl, danach lief er stets durch. Einige fehlgeschlagene Drucke betrafen sehr anspruchsvolle, schlecht vorbereitete Modelle. Der Langzeitbetrieb ist ungetestet.
Was das bedeutet
Für kleine und mittlere Fertiger in Europa senkt ein großformatiger Harzdrucker unter 1.000 Euro die Einstiegshürde für Vorrichtungen, Passungsprüfungen und Prototypen, und die mitgelieferte Nachbearbeitung hält die Gesamtkosten nahe am Gerätepreis. Der Bericht ist ein kurzer Verbrauchertest und sagt wenig über Wiederholbarkeit, Materialqualifizierung oder Lebensdauer. Wer solche Systeme für Fertigungshilfsmittel nutzen will, braucht eigene Validierungsläufe sowie einen Plan für Softwarestabilität und Ersatzwannen oder Folien.
Häufige Fragen
Was kostet der ELEGOO Jupiter 2?
Im europäischen ELEGOO-Shop kostet er 899 Euro. Das Bundle mit der Wasch- und Härtestation Mercury Plus V3.0 kostet 953 Euro statt 1.110 Euro Listenpreis.
Wie groß ist der Bauraum?
302 × 162 × 300 mm, rund 2,5-mal so viel wie beim Saturn 4.
Was kritisierten die Tester?
Der Slicer SatelLite reagiert nicht immer zuverlässig und kann bei der Stützengenerierung abstürzen; zudem fehlen eine austauschbare Wanne und eine Harzerkennung. Die Türen brauchen außerdem viel seitlichen Platz.