Die Universität Innsbruck hat eine Calibur3-Anlage für das metallische Elektronenstrahlschmelzen des britischen Anbieters Wayland Additive installiert. Die Finanzierung stammt aus dem Forschungsinfrastrukturprogramm 2024 der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft. Die Anlage soll die Entwicklung von Werkstoffen und Prozessen vorantreiben, insbesondere für schwer verarbeitbare Legierungen und Anwendungen bei hohen Temperaturen. Ausschlaggebend war laut Universität die aktive Ladungsneutralisierung NeuBeam. Andere Anlagen dieses Typs benötigen dafür ein aufwendiges Vorsintern des Pulverbetts, um Rauchentwicklung durch elektrostatische Aufladung zu begrenzen. Der offene Aufbau und der kleine Bauraum erlauben es Forschenden, Scanstrategie, Strahlparameter und Energieeintrag während des Prozesses anzupassen. Die Universität bezeichnet die Anlage als erste ihrer Generation in Österreich. Sie dient damit vor allem dem Vergleich von Elektronenstrahl- und Laserprozessen im Pulverbett, nicht einer Steigerung der Produktionskapazität.
Ein regionaler Standort des australischen Forschungsverbunds AMCRC für additive Fertigung ist in Südaustralien in Betrieb gegangen. Die Einrichtung befindet sich auf dem Tonsley-Campus der Flinders University und wird von der Landesregierung unterstützt. Ziel ist es, produzierenden Betrieben einen einfacheren Weg zu Forschungsergebnissen, Fachwissen und gemeinsamen Entwicklungsvorhaben im Bereich der additiven Fertigung zu eröffnen. Angaben zu Budget, Personal, Ausstattung oder Zeitplan enthält die Quelle nicht. Der Standort ergänzt das nationale Netzwerk des AMCRC um einen regionalen Knotenpunkt, der die Industrie vor Ort beim Einsatz der Technologie unterstützen soll.
Am Centre for Print Research der University of the West of England entwickeln Forschende ein hybrides Verfahren, bei dem Keimkristalle während des Druckens in Platinbauteile eingebracht werden. Im Projekt neo-gemstone unter Leitung von Sofie Boons sollen nach dem Druck Rubine und Saphire in den Schmuckfassungen wachsen. Als Ausgangsmaterial sind unter anderem Reste und Verschnitt bestehender Edelsteine vorgesehen. Der Bericht ist eine kurze Vorschau, Angaben zu Prozessparametern, Zeitplan oder Ergebnissen fehlen. Die Arbeit befindet sich im Forschungsstadium und zeigt, wie additive Fertigung gedruckte Metallstrukturen mit Kristallwachstum verbinden könnte.</summary_de>
Die Universität Turku in Finnland hat einen Mehrmaterial-Recoater in ihren Aconity MIDI+ Metalldrucker integriert. Die Einheit Schaeffler Aerosint SPD2.1-B5 nutzt drei Pulvertrommeln, um verschiedene Metallpulver vor dem Laserschmelzen in ausgewählten Bereichen einer Schicht aufzubringen. Die Anlage dient zunächst Untersuchungen zu Bauteilen für Plasmakomponenten in der Fusionsenergie und im Luftfahrtantrieb, bei denen hitzebeständige und wärmeleitende Zonen kombiniert werden. Die Universität betont, dass das gezielte Platzieren von Pulvern allein kein zuverlässiges Bauteil ergibt. Passende Materialpaarungen, Prozesseinstellungen und tragfähige Grenzflächen müssen noch bestimmt werden. Finanziert wird das Vorhaben über das Projekt AM4Plasma im EUREKA-Netzwerk, unterstützt von Business Finland. Parallel laufen Arbeiten an der University of Nottingham zu IN718- und GRCop-42-Grenzflächen sowie im DIADEM-Programm zur Wolfram-Kupfer-Übergangsschicht.
Ingenieure am Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) des MIT haben X-Hinges entwickelt, ein Designsoftware-Werkzeug zur Erstellung von 3D-gedruckten Objekten mit interaktiven Funktionen. Die Objekte nutzen integrierte Sensoren, um menschliche Berührung zu erkennen. Der Bericht ist nur ein kurzer Anriss, daher liegen keine Angaben zur Sensorik, zum Druckverfahren oder zu den Materialien vor. Die Arbeit befindet sich im Forschungsstadium und zeigt, wie gedruckte Bauteile so entworfen werden können, dass sie auf Nutzereingaben reagieren, ohne nachträglich separate Elektronikbaugruppen einzubauen. Ingenieure, die an funktionalen Druckteilen und deren Produktintegration arbeiten, können das Projekt wegen des Designansatzes verfolgen.
Forschende der Vellore Institute of Technology haben zwei auxetische Gittergeometrien verglichen, die aus demselben Photopolymerharz auf demselben Drucker und unter demselben Druckversuch gefertigt wurden. Die Stern-Dreieck-Zelle trug deutlich mehr Last als das Re-Entrant-Hexagon, mit Spitzenkräften von etwa 2.700 N gegenüber 660 N und einer rund dreifach höheren Energieaufnahme. Das Team arbeitete mit einem Verfahren in Anlehnung an ASTM D695 und einem Finite-Elemente-Modell in Abaqus, das eine veröffentlichte ABS-Simulation innerhalb von etwa 3 Prozent reproduzierte. Die Autoren empfehlen das Hexagon für Dämpfungsanwendungen wie Implantate, Schuhsohlen und Polsterungen und das Sterndesign für Festigkeit und Schlagschutz. Da nur vier Proben je Design getestet wurden, fordern sie größere Testserien für belastbare statistische Aussagen.
Eine finnische Hochschule untersucht den additiven Metalldruck mit mehreren Werkstoffen, wobei ein Verfahren mit Beschichtermechanik betrachtet wird. Die Arbeiten werden über das EUREKA-Netzwerk und das Projekt AM4Plasma finanziert. Ziel des Projekts ist laut Bericht die Entwicklung einer neuen Generation von Plasmagerät-Hardware. Die Quellen nennen keine Angaben zur Maschinenauslegung, zu Werkstoffen, Zeitplan oder Budget. Die Arbeit befindet sich in einem frühen Forschungsstadium, der Nutzen für Industrieanwender ist offen.