Forschende der RMIT University in Melbourne haben aus gebrauchtem Kaffeesatz ein biologisch abbaubares Druckfilament entwickelt und damit architektonische Formen im Originalmaßstab gedruckt. Das Projekt "Waste to Form" ist noch in der Forschungsphase, ein Demonstrator war auf der Melbourne Design Week zu sehen. Es weist auf abfallbasierte Materialien für kohlenstoffarmes Bauen hin, Leistungsdaten liegen jedoch noch nicht vor.
Wie wurde das Kaffeefilament entwickelt?
Die Arbeit teilt sich auf zwei Gruppen an der RMIT auf. Das Team von Professorin Baohua Jia am Centre for Atomaterials and Nanomanufacturing entwickelte und charakterisierte das Filament. Das FormX Research Lab von Dr. Nic Bao untersuchte, wie sich dessen Eigenschaften in computergestütztes Design und größere architektonische Anwendungen übertragen lassen. Laut den Forschenden steigerte der Kaffeesatz die Festigkeit und sorgte für eine braune Farbe und einen leichten Kaffeegeruch.
Was ist gezeigt, was fehlt noch?
Ein raumgroßer Demonstrator wurde aus Filament aus lokal gesammeltem Kaffeesatz gedruckt. Die Forschenden sehen Potenzial bei Schallabsorption, Dämmung, Duft und Optik, haben dazu aber noch keine Messwerte veröffentlicht. Das Team sucht nun Partner bei Cafés, Materiallieferanten, Designern, Herstellern und Bauunternehmen und nutzt das Verfahren in Schulprogrammen zu Nachhaltigkeit und additiver Fertigung.
Wie steht es im Vergleich zu früheren Projekten mit Lebensmittelabfällen?
Das EU-geförderte Projekt BARBARA entwickelte vier Jahre lang mit 2,7 Millionen Euro biobasierte Filamentmaterialien aus Lebensmittel- und Agrarresten, der nächste Schritt war weiterhin die Skalierung auf halbindustrielles Niveau. MANUFACTURA in Mexiko druckte eine Wand und eine Säule aus einem Material auf Eierschalenbasis, das ohne Brennen aushärtet. Beide zeigen, dass der Weg vom funktionierenden Material zum industriellen Baueinsatz lang ist.
Was das bedeutet
Für Bau- und Produktunternehmen ist dies eher ein materialwissenschaftliches Signal als eine Bezugsoption. Ohne Daten zu Festigkeit, Dämmung oder Akustik lassen sich weder Business Case noch Qualifizierungsweg beurteilen, und das Projekt BARBARA zeigt, dass Skalierung Jahre und erhebliche Mittel braucht. KMU könnten als Abfalllieferanten oder Pilotpartner mitwirken, sollten aber keine Serienanwendung einplanen. Lokale Abfallströme stärken die Nachhaltigkeitsgeschichte, doch zuerst müsste eine gleichbleibende Rohstoffqualität nachgewiesen werden.
Häufige Fragen
Woraus besteht das RMIT-Filament?
Es besteht aus in Melbourne lokal gesammeltem Kaffeesatz, der zu einem biologisch abbaubaren Filament für den 3D-Druck verarbeitet wird.
Ist das Material für den Bau einsatzbereit?
Nein. Die Arbeit ist in der Forschungsphase, Messdaten zu Schallabsorption oder Dämmung hat das Team noch nicht veröffentlicht.
Wer ist am Projekt beteiligt?
Das Materialteam von Professorin Baohua Jia und das FormX Research Lab von Dr. Nic Bao an der RMIT, die nun Industriepartner suchen.
Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus den verlinkten Berichten erstellt, unter der redaktionellen Verantwortung von Svetozar Kolesar.