Anycubic und Thingiverse haben eine exklusive Partnerschaft vereinbart. Ausgewählte Thingiverse-Modelle werden von STL in mehrfarbige 3MF-Dateien umgewandelt und Anycubic-Nutzern auf der Plattform MakerOnline angeboten. Ziel ist ein Druck nahezu per Mausklick auf kompatiblen Druckern wie dem Kobra X. Das Programm startet am 17. November, dem Eröffnungstag der Formnext.
Die wichtigsten Fakten
Start des Programms am 17. November, dem Eröffnungstag der Formnext
Ausgewählte Thingiverse-Modelle werden von STL in mehrfarbige 3MF-Dateien umgewandelt
Thingiverse-Designer müssen zustimmen; CC- und NC-Lizenzen bleiben erhalten
Thingiverse bleibt Teil von MyMiniFactory, vor rund acht Monaten von UltiMaker gekauft
Kontext 3MF ist ein Druckdateiformat, das im Unterschied zur reinen Geometrie einer STL-Datei auch Farben und Druckeinstellungen enthalten kann.
Was die Partnerschaft umfasst
Anycubic darf Thingiverse-Dateien direkt an seine Nutzer auf MakerOnline weitergeben. Ausgewählte Modelle passt Anycubic für den Mehrfarbdruck an und wandelt sie von STL in 3MF für kompatible Drucker um. Das soll den manuellen Aufwand zwischen Modellwahl und Druckvorbereitung senken. Thingiverse-CEO Romain Kidd sprach von einem Erlebnis nahe an einem Klick. Es handelt sich um eine Kooperation, nicht um eine Übernahme: Thingiverse bleibt bei MyMiniFactory, das die Plattform vor etwa acht Monaten von UltiMaker gekauft hat.
Rechte der Urheber und Lizenzen
Thingiverse-Designer müssen dem Programm aktiv zustimmen. Beide Unternehmen erklären, dass bestehende Creative-Commons- und Non-Commercial-Lizenzen bei allen umgewandelten 3MF-Dateien erhalten bleiben und die Urheber genannt und hervorgehoben werden.
Warum Anycubic das tut
Anycubic-Mitgründer James Ouyang erklärte, Mainstream-Nutzer brauchten hochwertige Inhalte und einfachere Wege zu erfolgreichen Drucken. Tom's Hardware sieht darin einen Teil des Trends, eigene Ökosysteme nach dem Vorbild von Bambu Labs MakerWorld aufzubauen. Die Thingiverse-Bibliothek erspart das langwierige Gewinnen eigener Designer.
Was das bedeutet
Der Schritt betrifft vor allem Verbraucherplattformen und hat für die industrielle additive Fertigung kaum direkte Folgen. Für kleine und mittlere Hersteller ist er nur indirekt relevant: Modellbibliotheken und Formate wie 3MF werden Teil von Strategien zur Herstellerbindung, was bei der Wahl von Desktop-Geräten für Prototypen oder Vorrichtungen eine Rolle spielt. Die Lizenzbedingungen umgewandelter Dateien sollten vor kommerzieller Nutzung geprüft werden.