Bambu Lab hat PLA Pure vorgestellt, ein PLA-Filament aus fünf Zutaten, die alle auf der Positivliste der EU-Verordnung 10/2011 für Lebensmittelkontakt stehen. Das Material trägt zudem das Emissionszertifikat UL 2904 GREENGUARD und hat die Spielzeugprüfung nach EN 71-3 bestanden. Es kostet 24,99 US-Dollar mit Spule oder 21,99 US-Dollar als Nachfüllpackung.
Die wichtigsten Fakten
Fünf Zutaten, alle von der EU-10/2011-Positivliste, auch die Pigmente
Emissionszertifikat UL 2904 GREENGUARD und bestandene Prüfung nach EN 71-3
Preis: 24,99 US-Dollar mit Spule, 21,99 US-Dollar Nachfüllung
Druckparameter liegen auf einem RFID-Tag, das das AMS ausliest
Kontext EU 10/2011 ist die europäische Verordnung für Kunststoffe mit Lebensmittelkontakt, deren Positivliste die zulässigen Stoffe nennt; EN 71-3 begrenzt, wie viel bestimmter Elemente wie Schwermetalle aus Spielzeugmaterialien austreten darf.
Woraus besteht PLA Pure?
Die Rezeptur kombiniert PLA aus Mais und Zuckerrohr, ein Acrylcopolymer, Farbpigmente, EBS (Ethylen-bis-stearamid) und Talk. Laut Bambu Lab steht jeder Bestandteil auf der Positivliste der EU 10/2011 und lässt sich einer konkreten FCM-Stoffnummer zuordnen. Der Talk wurde von Dritten geprüft und als asbestfrei bestätigt. Die Rohstoffe stammen unter anderem von TotalEnergies Corbion, Dow, Chemours und BASF.
Das Unternehmen betont, die Zusammensetzung Zutat für Zutat geprüft zu haben, während viele als lebensmittelgeeignet beworbene Filamente nur als fertiges Produkt bewertet werden.
Wie schneidet es ab und was ist zertifiziert?
PLA Pure trägt die Zertifizierung UL 2904 GREENGUARD für Partikel- und VOC-Emissionen von Druckern. In einem vierstündigen Test eines akkreditierten Labors meldet Bambu Lab niedrigere PM2.5- und PM10-Werte als bei einem vergleichbaren Filament eines anderen Herstellers. PLA Basic besitzt dieselbe Zertifizierung. Lüften wird dennoch empfohlen.
Laut Bambu Lab kommt das Material ohne Schlagzähmodifikatoren und Fließhilfsmittel aus, druckt auch ungetrocknet mit weniger Fadenbildung und erreicht die mechanischen Werte von PLA Basic, bei ähnlicher Schichthaftung wie die meisten PLA. Zudem bestand es EN 71-3.
Wo liegen die Grenzen der Aussagen?
Bambu Lab weist darauf hin, dass die Zertifikate für das Filament und seine Zutaten gelten, nicht für gedruckte Objekte. Die Eignung hängt von Düsenreinheit, Druckbedingungen und Verwendung ab. Wegen der Schichtstruktur von FFF-Drucken sind sie für flüssige Lebensmittel ungeeignet, und PLA darf nicht über 60 °C belastet werden. Kleinteile und Stützstrukturen können für Kinder eine Erstickungsgefahr sein.
Was das bedeutet
PLA Pure ist ein Verbraucherprodukt, doch die Dokumentation ist auch für Hersteller aufschlussreich: Die Aussagen stützen sich auf Zutatenlisten, Emissionstests und Spielzeugnormen, das gedruckte Bauteil schließt der Anbieter ausdrücklich aus. Kleine europäische Betriebe, die Artikel für Lebensmittel, Kinder oder Arbeitsplätze drucken, sollten Filamentzertifikate nur als einen Baustein sehen. Die Konformität des Bauteils erfordert weiterhin eine eigene Bewertung von Hygiene, Schichtstruktur und Einsatzbedingungen.
Häufige Fragen
Ist ein Teil aus PLA Pure lebensmittelsicher?
Nicht automatisch. Laut Bambu Lab gelten die Zertifikate nur für das Filament und seine Zutaten, und FFF-Drucke eignen sich nicht für flüssige Lebensmittel.
Was kostet PLA Pure?
Im Bambu Lab Official Store kostet es 24,99 US-Dollar mit Spule und 21,99 US-Dollar als Nachfüllung.
Welche Zertifizierungen hat PLA Pure?
Die Zutaten stammen von der Positivliste der EU 10/2011, es hat die Emissionszertifizierung UL 2904 GREENGUARD und bestand die Prüfung nach EN 71-3.