Kalifornien hat ein Gesetz verabschiedet, das Hersteller von 3D-Druckern zu Funktionen verpflichtet, die den Druck von Schusswaffen blockieren. Das gilt aber erst, wenn ASTM International eine Norm dafür veröffentlicht. Nach New York ist es der zweite US-Bundesstaat mit einer solchen Regel. Ohne Norm könnte die Pflicht nie greifen.
Die wichtigsten Fakten
Gesetz von Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnet, zweiter Staat nach New York
Pflicht greift erst nach einer ASTM-International-Norm
Landesjustizministerium prüft vierteljährlich vom 1. Juli 2027 bis 1. Juli 2029
Bereits verkaufte Drucker müssen nicht nachgerüstet werden
Kontext ASTM International ist eine gemeinnützige Organisation, die in vielen Branchen freiwillige technische Normen veröffentlicht.
Was verlangt das kalifornische Gesetz?
Gouverneur Gavin Newsom hat ein Gesetz unterzeichnet, das Hersteller neuer 3D-Drucker zu Funktionen verpflichtet, die den Druck von Schusswaffen blockieren. Die Pflicht gilt erst, wenn ASTM International, eine gemeinnützige Organisation für freiwillige Normen, eine entsprechende Norm veröffentlicht oder übernimmt. Geregelt sind Verkauf und Weitergabe von Druckern, nicht Besitz oder Nutzung. Bereits verkaufte Geräte müssen nicht nachgerüstet werden.
Warum könnte es nie wirksam werden?
Das Justizministerium des Bundesstaats muss ab spätestens 1. Juli 2027 bis zum 1. Juli 2029 vierteljährlich prüfen, ob eine Norm vorliegt. Gibt es bis dahin keine, endet die Prüfpflicht, und die Vorgaben für Hersteller werden womöglich nie geschrieben. Colorado und Washington haben ähnliche Gesetzentwürfe im Verfahren.
Welche technischen Einwände gibt es?
Es gibt zwei Erkennungsansätze: den Abgleich mit einer Datenbank bekannter Waffendateien oder die Bewertung durch ein trainiertes Modell. Der erste lässt sich durch Skalieren oder Teilen der Datei leicht umgehen. Der zweite kann legitime Läufe, Halterungen, Hebel und Rohre fälschlich markieren. Die Electronic Frontier Foundation erklärte im Juni 2026, die vorgeschriebene Technik funktioniere nicht wie gedacht.
Was das bedeutet
Für industrielle Anwender der additiven Fertigung ist die direkte Wirkung gering: Das Gesetz zielt auf Consumer-Drucker und hängt von einer Norm ab, die es noch nicht gibt. Das Risiko ist eher indirekt, denn Dateiprüfungen könnten später in Software und Slicer professioneller Abläufe gelangen, mit Fehlalarmen bei gewöhnlichen Halterungen und Rohren. Europäische Firmen, die in die USA liefern, sollten den ASTM-Prozess beobachten, der bis 2029 reicht. Das Gesetz folgt auf Kaliforniens Klage gegen den Filamenthersteller Polymaker und zeigt, dass der Staat das Thema auf mehreren Wegen angeht.
Nein. Das Gesetz betrifft nur noch nicht verkaufte Drucker und regelt Verkauf und Weitergabe, nicht Besitz oder Nutzung.
Ab wann müssten Hersteller die Vorgaben erfüllen?
Erst nachdem ASTM International eine passende Norm veröffentlicht oder übernimmt. Der Staat prüft dies vierteljährlich zwischen dem 1. Juli 2027 und dem 1. Juli 2029.